Hintergrund

Über das Projekt

Wer hinter minimaldesign.at steht und woher das Modell kommt.

Das 8-Prinzipien-ModellAcht Punkte in unterschiedlichen Akzentfarben sind zu einem Achteck verbunden. Jeder Punkt steht für eines der acht Prinzipien von Minimalismus 2.0.

Das Projekt

minimaldesign.at ist die öffentlich zugängliche Form einer Masterarbeit. Das Modell „Minimalismus 2.0“ wurde 2026 an der FH JOANNEUM im Masterstudiengang Visuelle Kommunikation und Bildmanagement abgeschlossen und an fünf österreichischen KMU-Websites methodisch erprobt. Die Arbeit verbindet zwei Diskurse, die bisher getrennt geführt wurden: die ästhetische Reduktion in der zeitgenössischen Webgestaltung und die normativen Anforderungen der Barrierefreiheit nach WCAG 2.2 und dem europäischen Accessibility Act.

Die zentrale These des Modells ist, dass diese beiden Diskurse keinen Widerspruch bilden müssen — sondern dass eine konsequent durchgedachte minimalistische Designsprache Barrierefreiheit konstitutiv mittragen kann, wenn sie als Designhaltung und nicht als nachgelagerte Korrektur verstanden wird. Die acht Prinzipien sind das operative Ergebnis dieser Argumentation.

Wie das Modell funktioniert

Die acht Prinzipien sind nicht uniform formuliert. Manche lassen sich direkt messen — etwa Kontrastverhältnisse oder Schriftgrößen. Andere sind eine Designhaltung, die sich nur qualitativ beschreiben lässt — etwa die Frage, ob Inklusion von Anfang an Teil eines Projekts war. Die folgende Skala zeigt, wie sich die acht Prinzipien auf diesem Spektrum verteilen.

Mischform-Skala der acht PrinzipienHorizontale Skala von qualitativ links nach quantitativ rechts. Die acht Prinzipien sind als farbige Punkte entlang der Achse positioniert, je nachdem, wie sich ihre Erfüllung operationalisieren lässt. P8 Inklusion liegt am qualitativen Ende, P4 Kontrast am quantitativen Ende.qualitativquantitativDesignhaltungMesswertP1P2P3P4P5P6P7P8
Acht Prinzipien, acht unterschiedliche Operationalisierungsgrade. Diese Verteilung ist konstitutiv für das Modell: Barrierefreiheit lässt sich nicht ausschließlich messen, aber auch nicht ausschließlich diskutieren.

Diese Mischform ist ausdrücklich kein Mangel des Modells, sondern seine zentrale Konstruktionsentscheidung. Eine rein technische Konformitätsprüfung — etwa der BIK BITV-Test mit 98 Prüfschritten — erfasst messbare Erfolgskriterien sehr präzise, blendet aber die strategische Ebene aus. Eine rein gestalterische Reflexion bleibt wiederum unverbindlich. Das Modell verschränkt beides systematisch.

Der Autor

Richard Großschädl ist Geschäftsführer der Ripix e.U., die unter der Marke r.digital als Digitalagentur in Graz tätig ist. Sein Hintergrund verbindet Webentwicklung, Designsystem-Arbeit und Beratung kleiner und mittlerer Unternehmen im DACH-Raum. Die Konflikte zwischen minimalistischer Ästhetik und Barrierefreiheits-Anforderungen waren wiederkehrendes Thema in r.digital-Projekten — bevor sie zum Gegenstand systematischer Forschung wurden.

Die Arbeit wurde im Masterstudiengang Visuelle Kommunikation und Bildmanagement an der FH JOANNEUM verfasst. Der Studiengang verbindet gestalterische, theoretische und methodische Tiefe in einer Weise, die diese Forschung erst möglich gemacht hat — die Auseinandersetzung mit Designforschung, Methodologie und der Validierung an realen KMU-Webseiten ergänzt die Praxisperspektive um eine systematische Tiefe, die im Agenturgeschäft nicht selbstverständlich ist.

Zur Masterarbeit

Die vollständige Masterarbeit ist derzeit nicht öffentlich verfügbar. Die Inhalte von minimaldesign.at sind eine eigenständig aufgearbeitete, für die Praxis verdichtete Form ihrer Ergebnisse. Anfragen zur wissenschaftlichen Arbeit selbst — etwa von Forschenden, Studierenden oder Lehrenden — können direkt an den Autor gerichtet werden. Die Kontaktdaten finden Sie im Impressum.

Verbindung zu r.digital

minimaldesign.at ist ein Forschungs- und Wissensprojekt der Ripix e.U. Die Inhalte stehen frei zur Verfügung und sind unabhängig von einer Geschäftsbeziehung mit r.digital nutzbar. Wer die im Modell beschriebenen Prinzipien für die eigene Website operativ umsetzen möchte und dabei Unterstützung sucht, findet bei r.digital eine Agentur, die genau auf dieser Methodik aufgebaut ist.

Ein kostenfreies Erstgespräch ist über r.digital buchbar. Es entsteht keine Verpflichtung — auch der Selbstcheck funktioniert ohne weitere Schritte vollständig.